Das ständige Fahren zum Supermarkt oder das ewige Tütenschleppen könnten jetzt ein Ende haben. Der Trend des Online-Lebensmittelhandels steigt in Deutschland erheblich. Experten sind überzeugt; Der Online-Einkauf wird auch hier zulande siegen! Immer mehr Konzerne bereiten Online- und Lieferkonzepte vor, um dieser technologischen Weiterentwicklung standhalten zu können. Den ersten Platz der deutschen Lebensmittelversandhandel teilen sich zeitweise Amazon und Ebay. 45% aller deutschen Internetnutzer haben bereits mindestens einmal Lebensmittel online gekauft. Trotzdem nimmt der Onlinehandel laut des Unternehmens Ernst&Young (EY) nur rund 3% des gesamten Lebensmittelumsatzes ein, welcher 2013 ca. 175 Mrd. Euro betrug.
Auch durch die demografische Entwicklung Deutschlands steigt die Attraktivität von Onlinekäufen. Älteren Menschen fällt es schwer selbst einkaufen zu gehen und so können sie es sich einfach nach Hause liefern lassen. ScreenHunter_03 Nov. 19 11.05

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Eine der einflussreichsten Supermarktketten Deutschlands ist REWE. Sie stellten bereits ein Konzept für einen Online-Lebensmittelhandel vor. Die Lieferzeit beträgt rund vier Tage, und bezahlt wird erst bei Empfang der Ware, sodass fehlerhafte oder schlechte Produkte direkt wieder mitgenommen werden können. Laut Testberichten kommt das Onlineangebot von REWE gut bei den Verbrauchern an. Sie führten das System 2011 ein und nun kann man bereits in 18 Städten Deutschlands problemlos Online-Bestellungen aufgeben. REWE Chef Alain Caparros geht davon aus, dass bald so gut wie alle Einkäufe über das Internet getätigt werden.
Edeka bildet momentan ebenfalls ein Modell aus, um Ihr Angebot bald online verfügbar zu machen. Immer mehr deutschen Supermarktbetreibern wird klar, dass das Internet und der Onlinemarkt eine immer weiter steigende Relevanz erzielt und es für sie unumgänglich ist, sich dem Konzept ebenfalls anzuschließen, um wettbewerbfähig zu bleiben.
Vor allem die Kategorisierungen der verschiedenen Onlineportale erweist sich als großer Vorteil für die Unternehmen. Einkäufer lassen sich nach einem getätigten Einkauf gern noch auf der Webseite inspirieren, wenn diese für sie interessant ist. Die einzelnen Unterseiten spezialisieren sich also zum Beispiel auf Delikatessen, oder Familien und Großeinkäufer. Auch das Anzeigen von Rezepten, bei welchen man alle Zutaten mit einem Mausklick bestellen kann, regt den Nutzer an, mehr zu kaufen als er vielleicht benötigte.
Trotzdem ist Deutschland im Verhältnis zu anderen Ländern, wie Großbritannien, der Schweiz oder der USA noch sehr unterentwickelt.
In der Schweiz beispielsweise entwickelte eine dort ansässige Supermarktkette einen Service, der es ermöglichte, Bestellungen bei Drive-In Schaltern oder öffentlichen Plätzen, wie dem Bahnhof, abzuholen. Auch gekühlte Abholfächer werden genutzt, um die Lebensmittel bis zu deren Abholung zu lagern.
Auch in den USA gibt es Konzepte, die gut funktionieren. So setzt der Konzern Whole Foods, Apps ein, um Informationen oder Lieferzeiten zu der Bestellung leicht einzusehen.
Auch der Riesenkonzern Walmart stellte ein ausgeklügeltes Konzept auf. Sie belohnen Kunden mit Prämien, wenn diese auf dem Rückweg von ihrem Einkauf, die Bestellungen anderer mitnehmen.

Deutschland steht in der Hinsicht also noch in Kinderschuhen. Erklärungen dafür sind beispielsweise, dass laut Umfrage 80% der Verbraucher nicht wissen, dass es möglich ist, Nahrungsmittel genau wie Klamotten oder Elektrogeräte im Internet zu bestellen. Andere denken wiederum, dass die Wahre nicht qualitativ gut genug wäre, oder eine Internetbestellung nicht vertrauensvoll sei.

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http://www.ey.com/DE/de/Newsroom/News-releases/20140203-EY-News-Lebensmittel-Kauf-im-Netz-vor-dem-Durchbruch

Ziel ist es also, Kontaktmöglichkeiten zu nutzen und die Nutzer aufzuklären. Außerdem müssen interessante Schnittstellen zwischen online und offline genutzt werden. Zum Beispiel genauere Auskünfte über Produktion und Herkunft der Produkte aufzeigen, sodass der Nutzer, obwohl er die Lebensmittel nicht anfassen oder sehen konnte, einen Eindruck von Qualität und Seriosität bekommen kann.
Das Unternehmen EY rechnet trotzdem mit einer explosiven Entwicklung des Online- Lebensmittelmarkts in Deutschland und schätzt für 2020 ca. 200 Milliarden Euro für Lebensmitteleinkäufe, wovon voraussichtlich 30% online erzielt werden sollen.