Kennen Sie den sogenannten Google-Effekt? Er beschreibt das Phänomen, dass die jungen Generationen heutzutage viele Informationen nicht mehr selbst in ihrem Gehirn speichern, dafür aber die nötigen Informationen in Windeseile beschaffen können – vorzugsweise über das Internet.
In erster Linie sind uns dabei die Suchmaschinen behilflich; allen voran Google. Google versucht, genau die Seite auszugeben, die uns den relevanten Inhalt liefert. An dieser Stelle kommen wir zur Wichtigkeit einer übersichtlichen Website und damit auch zu der Navigationsstruktur, die uns sicher durch den Dschungel der überflüssigen Seiten führt. Sollte der Website-Besucher bei seiner Google-Suche aber nicht automatisch an der passenden Stelle gelandet sein, lotst die Navigation ihn unkompliziert zum gesuchten Ort – im Idealfall. Aber nicht jede Website-Navigation erfüllt alle Kriterien einer guten Navigationsstruktur.

Hilfreiche Navigationsstruktur dient der Usability

Eine selbsterklärende Navigationsstruktur erhöht die Usability der Website. Daher spielt die Logik, nach der die Seite aufgebaut ist, eine zentrale Rolle. Es ist wichtig, dass der User sich einfach und logisch auf der Website fortbewegen kann. Findet er sich gut zurecht, ist er gleichzeitig zufriedener. Eine unübersichtlich gestaltete Seite mit wirrer Navigationsstruktur sorgt hingegen für Frustration beim Besucher. Folglich verlässt er die Website und sucht stattdessen die benutzerfreundliche Website des Wettbewerbers auf.

Wo bin ich? Wo komme ich her? Und wo muss ich hin?

Diese drei Fragen sollte eine Navigation beantworten können. Farblich hervorgehobene Navigationsflächen zeigen dem Besucher, wo er sich gerade befindet. Der Pfad, den er bis dato zurückgelegt hat, erschließt sich durch geöffnete Subnavigationspunkte oder ist aus der Breadcrumb-Navigation ersichtlich. Und bei einer übersichtlichen Navigationsstruktur wird schnell klar, wo sich die gesuchte Information auf der Website befindet. Dadurch, dass die Breadcrumb-Navigationspunkte intern verlinkt sind, können Sie jederzeit ohne Aufwand auf die vorherigen Menüpunkte des Pfades zurückkehren. Neben dieser nützlichen Funktion verbessert eine Breadcrumb-Navigation die interne Verlinkung der Website. Achten Sie darauf, dass alle internen Verlinkungen fehlerfrei sind.

Breadcrump Navigation Navigationsstruktur

In der Kürze liegt die Würze

Die Navigation sollte nicht zu umfangreich sein. Wichtig ist, dass Sie die Komplexität Ihrer Website für den Besucher reduzieren. Bewährt haben sich Navigationsstrukturen, die nicht mehr als sieben Hauptnavigationspunkte aufweisen. Andere wiederum halten bis zu 12 Punkte für vertretbar. Aber nicht nur im realen Leben, auch im Netz gilt: Je mehr Auswahl wir haben, desto schwerer fällt es uns, Entscheidungen zu treffen. Stellen Sie sich bei der Navigationsstruktur die Frage, wie man es dem Website-Besucher möglichst einfach macht, an alle wichtigen Informationen zu gelangen.
Bei Ihnen gibt es aber wichtige Informationen, auf die Sie nicht verzichten können, die die Hauptnavigationspunkte aber zu sehr ausdehnen würden? Für diese Fälle eignet sich eine informative Fußzeile als Ergänzung. Darin lässt sich beispielsweise die Anmeldung zum Newsletter einbetten.

Ständige Erreichbarkeit

Eine Kontaktgenerierung ist Ziel vieler Websites, daher sollte der Kontakt stets sichtbar und von jeder Seite erreichbar sein, unabhängig davon, auf welcher Seite der Besucher gelandet ist. Dies gilt auch für die Erreichbarkeit der Startseite (z.B. über ein Klick auf das verlinkte Logo). Bei umfangreichen Websites erleichtert eine Sitemap die Orientierung im Webangebot.

3-Klick-Regel

Wie viele Klicks braucht der Besucher, bis er auf der Website gefunden hat, was er sucht? Der Richtwert liegt bei maximal drei Klicks. Allerdings wird diese 3-Klick-Regel kontrovers diskutiert. Auch wenn keine Einigung bezüglich der genauen Anzahl von Klicks herrscht, so ist man sich aber mehrheitlich über Folgendes einig: flache Navigationsstrukturen mit kurzen Wegen haben sich bewährt.

Anordnung der Navigation

Überwiegend sind Navigationen horizontal oder am linken Rand der Website angeordnet. Warum links und nicht rechts? Unser Auge ist durch die Schriftrichtung von links nach rechts gewohnt, Inhalte in dieser Richtung zu scannen. Ebenso werden deutsche Texte von oben nach unten gelesen. Websites in Ländern mit umgekehrter Schriftrichtung bevorzugen eine entsprechende Anordnung der Navigation von rechts nach links. Deutlich wird das am Beispiel der hebräischen Seite hotel.com im Vergleich zur deutschen.

Deutsche Website Hotels.com NavigationsstrukturHebräische Website Hotels.com Navigationsstruktur

Wie kann man vorgehen, um eine hilfreiche Navigationsstruktur zu entwerfen?

Brainstormen

Wie so oft, steht am Anfang des Prozess ein Brainstorming, in dem Begriffe und Themen rund um die Website gesammelt werden. Wenn der Prozess stockt oder zu viel Energie auf die Verfolgung unnötiger Punkte fällt, können Sie Ihr Brainstorming durch Fragen einrahmen. Gehen Sie einmal anders heran und fragen sich, was Sie absolut nicht wollen. Oder überlegen Sie, was Sie von Ihrem Wettbewerber abhebt. Oftmals ist es auch hilfreich, andere Personen einzubeziehen, um eine Perspektiverweiterung zu erzielen. Als Experte haben Sie einen anderen Blickwinkel auf die Thematik. Ziehen Sie die Kundenbrille auf!

Clustern

Wie oben bereits angesprochen, haben sich Navigationen mit sieben Hauptnavigationspunkten bewährt. Daher besteht der nächste Schritt darin, die gesammelten Begrifflichkeiten thematisch zu clustern und zu reduzieren. Welche Punkte, die sich aus dem Brainstorming ergeben haben, sind miteinander assoziiert? Welche Aspekte sind wichtiger als andere? Hier ist auch das Setzen von Prioritäten gefragt, denn eine Navigation sollte vom Groben ins Feine aufgefächert sein.

Benennen

Welche Bezeichnungen sich für die Navigationspunkte eignen, leitet sich aus zwei Aspekten ab: der Suchmaschinenoptimierung sowie der Übersichtlichkeit für den Besucher. Idealerweise ist der keyword-optimierte Begriff zeitgleich auch benutzerfreundlich. Sollte dies aber nicht der Fall sein, müssen die beiden Aspekte gegeneinander abgewägt werden.

Umsetzbar?

Neben den vorher genannten Schritten ist es in der Planungsphase wichtig zu prüfen, wie umsetzbar die erarbeiteten Vorschläge sind. Daher sollte die IT-Abteilung einbezogen werden. Denn letztlich ist es von den technischen Aspekten abhängig, wie gut die geplante Navigationsstruktur umgesetzt wird und sie für die Website-Besucher verfügbar ist.

Testen

In der Planung hat alles noch Sinn gemacht, doch nun kommt Ihnen die Struktur in der Anwendung doch nicht so benutzerfreundlich vor? Solche oder ähnliche Erkenntnisse werden durch Ausprobieren erlangt. Lassen Sie Personen testen, die noch nicht mit Ihrer Website und Navigation vertraut sind, und bitten diejenigen, z.B. eine bestimmte Information zu suchen oder ein Produkt in den Warenkorb zu legen. Das Testen der Navigation sollte obligatorischer Bestandteil des Prozesses sein, um etwaige Verbesserungen im Anschluss umzusetzen.

Fazit

Eine gute Navigation führt den Besucher auf einfachem Wege zum Gesuchten und vermittelt ihm Orientierung. Übersichtlichkeit spielt dabei eine wichtige Rolle und lässt sich durch flache Strukturen erreichen. Eine gute Navigationsstruktur entwirft man nicht mal schnell nebenbei, sondern ist oft Ergebnis eines zugleich kreativen und analytischen Prozess. Ist dieser gelungen, so werden es Ihnen zufriedene Besucher danken.